Ohne Moos nix los

Bild: Die Meerechse (Amblyrhynchus cristatus) ist eine endemisch auf den Galápagos-Inseln vorkommende Leguanart. Sie lebt auf allen Inseln, meist an Felsküsten, aber auch in Mangrovenbeständen. Unter den heute lebenden Echsen…

Bild: Die Meerechse (Amblyrhynchus cristatus) ist eine endemisch auf den Galápagos-Inseln vorkommende Leguanart. Sie lebt auf allen Inseln, meist an Felsküsten, aber auch in Mangrovenbeständen. Unter den heute lebenden Echsen ist die Meerechse die einzige Art, die ihre Nahrung im Meer sucht.

Isla Isabela, Galapagos

Von Santa Cruz nach Isabela, 48 Meilen in 10 Stunden, angenehmes Sonntagssegeln wie auf dem Bodensee. Die bizarren schwarzen Vulkaninseln von Tintoreras bilden einen schützenden Ankerplatz mit 6 Meter Wassertiefe. Das Ufer und die Bucht vor der „Muelle de embarcasion“ (neuer Anlandungssteg) sind gespickt mit schwarzen Vulkansteinen, das Meer brandet mit grünem Wasser darüber hinweg. Besonders bei Niedrigwasser muss man sich schon gut auskennen, um den richtigen Weg zu finden. Wir rufen über VHF Kanal 16 ein Wassertaxi und melden uns beim Hafenkapitän in Villamil, dem Hauptort auf der Insel. Er will uns nur 3 Tage Aufenthalt geben, wenn wir ohne Agent einklarieren – Kosten für den Agent 200 US$. Das sind wir nicht bereit zu zahlen, aber wir wollen auch länger als 3 Tage bleiben, denn wir möchten ja etwas von der Insel und den Tieren sehen. Lange zähe Verhandlungen, erst mal sollen wir die Eintrittsgebühr für den Nationalpark im Nationalparkbüro zahlen und am Nachmittag wiederkommen, er will schauen, was er für uns tun kann. Wir spazieren durch den Ort Villamil, hier gibt es nur Straßen aus Sand. Die Nationalparkgebühr können wir nur bar bezahlen, na, da wird’s mit unserem Bargeld aber knapp werden. Außerhalb des Ortes führen schön angelegten Wege und Holzstege durch das Feuchtgebiet der Salzseen zu der Aufzuchtstation der Riesenschildkröten. Auf dem Rückweg entlang dem Strand sehen wir sie endlich, sie sonnen sich, die grauschwarzen Drusenköpfe (Wasserechsen), fast nicht zu erkennen auf dem schwarzen Vulkangestein. Helmut fotografiert sie aus allen nur möglichen Perspektiven. Eigentlich sind sie gar nicht so groß, der Blickwinkel macht’s. Wir melden uns wieder beim Hafenkapitän, der uns nach langem hin und her 7 Tage Aufenthalt zugesteht will, wenn wir 100 US$ „Autoritsationsgebühr“, ein anderes Wort für Schmiergeld, in seine bzw. die Kasse der Capitaneria zahlen. Zusammen mit den 140 US$ Anker- und sonstige Anmeldegebühren sind also 240 US$ Bares weg. Damit haben wir zwar die Erlaubnis, für 7 Tage zu bleiben, aber nur noch wenig Bargeld um etwas zu unternehmen. Auf Isabela gibt es keine Bank, keinen Bankautomaten, Kreditkarten werden nicht angenommen und Travellerschecks nicht eingelöst. Bis auf ein paar Dollar sind wir bargeldlos. Wir entdecken eine Filiale von Western Union, da kann man sich doch Geld hinschicken lassen. Wir machen uns im Internetcafé schlau, wie das geht, doch mit der eigenen Kreditkarte kann man sich nicht, wenn man sich bereits im Land aufhält, Geld schicken lassen. Zum Glück haben wir eine hilfreiche kompetente Ansprechpartnerin bei der Volksbank Horb-Hohenberg. Innerhalb weniger Stunden können wir Bargeld bei Western Union in Empfang nehmen. Jetzt steht den weiteren Ausflügen auf der Insel, die ganz im Zeichen des sanften ECO-Tourismus steht, nichts mehr im Wege.

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