Lonesome George, die einsamste Schildkröte der Welt

Bild: Renate mit „Lonesome George“ 16. bis 20. April: Santa Cruz, die Touristeninsel des Galapagos Archipels, nervt uns. Von hier starten alle touristischen Aktivitäten. Ausflugsboot, Versorgungsschiffe, kleine Kreuzfahrtschiffe, alle liegen…

Bild: Renate mit „Lonesome George“

16. bis 20. April:

Santa Cruz, die Touristeninsel des Galapagos Archipels, nervt uns. Von hier starten alle touristischen Aktivitäten. Ausflugsboot, Versorgungsschiffe, kleine Kreuzfahrtschiffe, alle liegen dicht gedrängt nebeneinander in dem von Riffen eng begrenzten Ankerplatz, der zu
allem Übel auch noch ständig der meterhohen Dünung ausgesetzt ist. Ohne Heckanker rollt das Schiff gnadenlos Tag und Nacht. Wie schon in San Christobal fährt man für 0,60 US$ pro Person mit einem Wassertaxi zum Landungssteg, so muss man sich wenigsten bei der 1,50 Meter hohen
Tide nicht um sein eigenes Dinghi sorgen. Gerd und Wilma von der SY Aquilla geben uns beim gemeinsamen Essen an Land noch ein paar Informationen. In Santa Cruz kommt der Hafenkapitän nicht an Bord und man muss sich selbst in der Capitaneria melden. Nur widerwillig würde das Einklarieren auch ohne Agent akzeptiert. Immerhin kostet der Agent 120 US$. Immigration muss man für 15 US$ pro Person bei der Polizei erledigen. Da uns hier so wie so viel zu viel Trubel herrscht und offensichtlich auch nicht so streng kontrolliert wird, beschließen wir, nur 3 Tage zu bleiben und erst in Isabela einzuklarieren. Wir machen einen Spaziergang zur „Fundacion Charles Darwin para las Islas Galapagos“. Eintritt braucht nicht bezahlt zu werden, der ist im Preis für den Galapagos Nationalpark in Höhe von 100 US$ pro Person inbegriffen. Die verschiedenen Arten Landschildkröten, die auf den Galapagosinseln leben, werden hier in Brutkästen ausgebrütet und wenn sie 20 cm groß sind wieder zu ihren Heimatinseln zurückgebracht. Die ausgewachsenen bis zu 120 kg schweren Schildkröten sind in großzügigen Freigehegen untergebracht, auf schmalen Pfaden laufen wir zwischen den friedlichen behäbigen Tieren durch und Helmut geht mit dem Fotoapparat auf Tuchfühlung. Die verschiedenen Arten unterscheiden sich durch die Form ihrer Panzer. Die Rücken der Weibchen und die Unterseiten der Männchen sind so konkav und konvex ausgebildet, dass sich nur die gleichen Rassen gegenseitig befruchten können. Einsam liegt
„Lonesome George“, der ca. 100 Jahre alt sein soll, in seinem Gehege, er ist der letzte seiner Art. Immer wieder versucht man ihn mit ähnlichen weiblichen Schildkröten zu paaren, bisher jedoch ohne Erfolg. Unsere Begeisterung für die Galapagos Inseln hält sich bis jetzt in Grenzen, irgendwie sind wir etwas enttäuscht, was es zu sehen gibt. Fast nichts kann man alleine unternehmen, es gibt nur ganz wenige Punkte, wie z. B. die Darwin Station, die ohne einen Naturführer besucht werden darf. Die Ausflüge, so wie unsere Bootsfahrt nach Plazas Island war unverhältnismäßig teuer (95 US$) und an dem Besuchspunkten gab es dann nur Landechsen und kleine Wasserechsen und einen Tölpel zu sehen. Schöne war der Seelöwenkindergarten direkt am Landesteg von La Plazas.
Mal schauen was uns in Isabela erwartet.

Nachtrag 2017:

Lonesome George (engl. „einsamer George“) war eine Galápagos-Riesenschildkröte der Unterart Pinta-Riesenschildkröte (Chelonoidis nigra abingdonii). Er stammte von der Insel Pinta auf den Galápagos-Inseln, wo er 1971 entdeckt wurde[1][2], und war bis zu seinem Tod in der Forschungsstation der Charles Darwin Foundation untergebracht. Lonesome George wurde ca. 100 Jahre alt und wog etwa 90 kg. Er starb am 24. Juni 2012 als vermutlich letztes Individuum seiner Unterart.

Nach seinem Tod wurde George im American Museum of Natural History in New York einbalsamiert und ab 2014 ausgestellt. Im Jahr 2017 kehrte George in seine Heimat auf die Galapágos-Insel Santa Cruz zurück.

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