Maeva Huahine – Willkommen in Huahine

Nach einem ziemlich ruppigen Nachttörn mit 93 Meilen mit zu Beginn absolut keinem Wind im Lee der hohen Berge von Moorea, dafür aber mit einer kurzen unangenehmen hohen Welle von 2,5 bis 3 Meter und anschließend starkem Wind mit 25 Knoten aus SE sind wir froh, dass wir den ruhigen Ankerplatz vor Fare morgens um 9.00 erreichen.

Am Dingi Dock das nette Willkommensschild „Maeva Huahine“ auf der vom Tourismus weitgehend verschont gebliebenen Insel, die genau genommen aus zwei Inseln, Huahine Nui und Huahine Iti besteht. Ein schmaler Isthmus, der nur bei Ebbe sichtbar und von einer kleinen Brücke überspannt wird, stellt die Verbindung dar. Wie immer informieren wir uns über die Insel beim „Office du Tourisme“, das gleich am Anlegekai für die Fähren zu finden ist und erfahren, dass wir Glück haben, weil es am Mittwochabend eine „Mini Heiva“ im Festzelt, das nur 20 Minuten zu Fuß in Richtung Flughafen entfernt ist, zu sehen gibt. Der Eintritt kostet nur 500 XCP (4,20 Euro) pro Person, also ausgesprochen preiswert. Keine Frage, da gehen wir natürlich hin. Bei dieser Heiva geht es zu wie bei uns bei einem Volksfest, es gibt Schiess- und Losbuden, Luftballons, Zuckerwatte und Essensstände und natürlich die Tanz- und Musikshow. 2,5 Stunden Tanzshow mit verschieden Gruppen, traditionelle Geschichten und Legenden werden tänzerisch dargestellt mit wechselnden, herrlich farbigen, prächtigen Kostümen – ein ausgesprochen schöner Abend. Bei unserer Radtour um den Größeren Inselteil (Huahine Nui) radeln wir wie durch eine gut gepflegte Parklandschaft, mit in allen Farbnuancen blühenden Hibiskushecken, sowie Vanille- und Bananenplantagen. Im Lac Fauna Nui, der kein wirklicher See, sondern Teil der Lagune bei Maeva ist, sehen wir die aus Steinwällen konstruierten Fischreusen, die auch heute noch zum Fischfang genutzt werden. Besonders beeindruckend sind die archäologischen Fundstätten nördlich von Fare, wo auf einem mehrere hundert qkm großen Areal 40 Marae freigelegt wurden und zum Teil restauriert wurden. Sie lassen auf eine Besiedelung von den Marquesas aus um 650 bis 850 n.Chr. vermuten. Die Fundamente und Plattformen zeigen, dass hier die Adeligen von Huahine gelebt haben und jeder seine eigene Tempelanlage in seinem Wohnbezirk hatte. Das große Versammlungshaus „Fare Pote’e“ wird als Museum genutzt, war aber leider geschlossen. Die „heiligen Aale“, eine seltene Art mit blauen Augen und kleinen Ohren, konnten wir bei der Fütterung beobachten. In dem kleinen, fast ausgetrockneten Flüsschen bei Faie lebt diese Spezies in den Steinhöhlen am Uferrand. Sie kommen hungrig heraus geschwommen und recken ihre Mäuler gierig aus dem Wasser, wenn man Makrelenfilets als Futter hinhält. Mit unserer Nuku’alofa fahren wir die gut betonnte Wasserstraße innerhalb der Lagune bis in die südlichste Bucht von Huahine Iti, die von einem hier in den Gesellschaftsinseln eher seltenen weißen Sandstrand gesäumt wird. Auf 10 Meter Wassertiefe ist der Ankerplatz hinter der Korallenbarriere sehr gut vor Wellen geschützt. Vor uns im saphirblauen bis smaragdgrünen Wasser liegen auf wenigen Meter Wassertiefe ungezählte Korallenblöcke, Lebensraum vieler Fisch- und Muschelfamilien. Bei der Radtour am Sonntag um den Südteil von Huahine Iti beobachten wir die Einheimischen bei ihrer Sonntagsbeschäftigung, dem gemeinsamen Musikmachen, dazu ein Hinano (tahitianische Bier) trinken oder beim Volleyball- und Kickerturnier. Das findet allerdings nicht auf einem Tisch, sondern mit Spielern, die an quer liegenden Holzbalken angebunden sind, statt. Wie Spielfiguren versuchen sie, den Ball ins Tor zu schießen. Witzig anzusehen und riesigen Spaß hat es den Teilnehmern auch gemacht. Bevor wir die Weiterreise nach Raiatea antreten, versorgen wir uns in dem gut sortierten und für tahitianische Verhältnisse preisgünstigen Supermarkt direkt am Kai mit frischen Milchprodukten und Fleisch. Vor dem Supermarkt bieten die Bauern der Insel ungekühlte Tomaten, Gurken und Obst an, was für uns Segler besser für die Lagerung geeignet ist.

Unsere Position auf Google Maps
Stachelrochen streicheln und Whale Watching in Moorea
Raiatea und „Vanille-Insel“ Tahaa
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